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Institut für Trennungssicherheit: Haltung und Arbeitsweise

Charta

Das Institut für Trennungssicherheit ist ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Frauen* in Trennungs- und Konfliktsituationen, in denen rechtliche, psychosoziale und institutionelle Anforderungen gleichzeitig wirksam werden.

Trennungssituationen sind komplexe Systemlagen. Sie sind geprägt durch emotionale Belastung, familienrechtliche Verfahren, finanzielle Unsicherheit sowie strukturelle Abhängigkeiten und Entscheidungsdruck.

Das Institut arbeitet an der Schnittstelle von Familienrecht und psychosozialer Strukturarbeit. Dazu werden drei Ebenen systematisch miteinander verbunden:

  • Rechtliche Orientierung, etwa zu Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsfragen sowie zum Ablauf familiengerichtlicher Verfahren
  • Psychosoziale Stabilisierung, um auch unter Belastung entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben
  • Strategische Handlungsfähigkeit, um Termine, Behördenkontakte und die nächsten Schritte selbstbestimmt zu gestalten
Handlungsfähigkeit entsteht, wenn komplexe Situationen differenziert und ihre Zusammenhänge zugleich bewahrt werden.
Kerstin Bartsch und Victoria Wesemann, Institut für Trennungssicherheit Kiel
Unser Fokus

Komplexität übersetzen, Klarheit schaffen

Wir übersetzen komplexe Zusammenhänge in verständliches Wissen und stärken die Fähigkeit, auch unter Belastung klar und handlungsfähig zu bleiben. So entsteht das Rüstzeug, um Entscheidungen bewusst zu treffen und den eigenen Weg Schritt für Schritt souverän zu gestalten.

Wissenschaftliche Einordnung

Auch die Forschung bestätigt dieses Bild: Trennung und Scheidung wirken selten auf eine einzelne Ebene. Rechtliche Verfahren, finanzielle Neuordnung, organisatorischer Alltag und emotionale Verarbeitung setzen häufig gleichzeitig ein. Besonders die wirtschaftliche Dimension betrifft Frauen dabei überproportional: Teilzeitarbeit, unbezahlte Sorgearbeit und strukturelle Einkommensunterschiede wirken sich nach einer Trennung unmittelbar aus, unabhängig davon, ob Kinder beteiligt sind oder eine Ehe überhaupt bestand. Diese Gleichzeitigkeit macht eine Trennung komplexer als eine einzelne, klar abgrenzbare Aufgabe, und genau hier setzt unser interdisziplinäres Format an.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wissenschaftliche Untersuchung zur Erwerbs-, Einkommens- und Vermögenssituation vor und nach einer Scheidung (Andress/Lohmann, Universität Bielefeld).

Was uns leitet

Stabilität ist eine Voraussetzung für rechtlich informierte Entscheidungsprozesse, nicht deren Nebenprodukt.

Wir vermitteln keine abstrakten Konzepte, sondern konkret anwendbare Schritte für die jeweils eigene Situation.

Angaben zu Gewalt- und Gefährdungssituationen behandeln wir mit besonderer Sorgfalt und Vertraulichkeit.

Wir ersetzen weder anwaltliche Vertretung noch Psychotherapie, sondern ergänzen beides gezielt.

Das Angebot gilt in jeder Phase der Trennung, unabhängig von Familienstand oder Kindern.

Zwei Fachperspektiven im selben Raum ergeben mehr Klarheit als zwei getrennte Beratungswege.

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